Die MigräneLiga e.V. Deutschland sieht die geplante Einführung einer verpflichtenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag kritisch. Für Menschen mit Migräne würde die Regelung häufig einen zusätzlichen Praxisbesuch während einer akuten Attacke erforderlich machen, obwohl dieser in vielen Fällen keinen zusätzlichen medizinischen Nutzen bietet. Reguläre Arzttermine finden in der Regel außerhalb einer Attacke statt und dienen der Überprüfung sowie der Anpassung der Akut- und Prophylaxe-Therapie.
Ein verpflichtender Praxisbesuch während einer Attacke kann die Beschwerden verstärken, die Genesung verzögern und bindet gleichzeitig Kapazitäten in bereits stark belasteten Arztpraxen. Betroffen wären nicht nur Patientinnen und Patienten, sondern auch deren Angehörige, die häufig Begleitung organisieren müssten.
Die MigräneLiga e.V. Deutschland bittet den Deutschen Bundestag, die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit chronischen neurologischen Erkrankungen bei den weiteren Beratungen zu berücksichtigen. Sollte eine AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag eingeführt werden, sollte zumindest weiterhin eine unbürokratische Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ohne persönlichen Praxisbesuch – beispielsweise telefonisch oder digital – möglich bleiben.
Die MigräneLiga hat zu diesem Zweck eine Petition erstellt. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition
Wir bitten unsere Mitglieder, Follower und Freunde um Unterstützung.
Was können Sie tun?
- Unterschreiben Sie unsere Petition
- Schreiben Sie Ihre/n Wahlkreisabgeordnete/n an. (Falls dieser Ihnen nicht bekannt ist, suchen Sie im Internet Ihre Stadt oder Ihr Landkreis und das Stichwort Bundestagsabgeordneter). Sie können dafür unser Musteranschreiben verwenden (siehe unten).
- Teilen und Liken Sie unseren Aufruf auf Facebook und Instagram
- Schreiben Sie Ihre Krankenkasse an und schildern Sie ganz persönlich Ihre Befürchtungen.
- Schreiben Sie einen Leserbrief an Ihre Zeitung.
Hier finden Sie als Hilfestellung unser Musteranschreiben:
Musteranschreiben an Abgeordnete und Gesundheitspolitiker
Die geplante AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag trifft Migräne-Patienten besonders hart
Sehr geehrte/ Herr/Frau MdB ________________________,
bitte berücksichtigen Sie die besonderen Auswirkungen der geplanten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag auf Menschen mit Migräne.
Während einer Migräneattacke leide ich wie andere Betroffene häufig unter starken Schmerzen, Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Nicht selten treten zusätzlich Seh- oder Sprachstörungen auf. Viele Erkrankte sind in dieser Situation nicht in der Lage, eine Arztpraxis eigenständig und sicher aufzusuchen.
Ein verpflichtender Praxisbesuch allein zur Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung würde daher häufig keinen zusätzlichen medizinischen Nutzen bringen. Die regulären Arzttermine finden bei Menschen mit Migräne in der Regel außerhalb einer Attacke statt und dienen der Überprüfung sowie der Anpassung der Akut- und Prophylaxe-Therapie.
Stattdessen würde die geplante Regelung zusätzliche organisatorische Belastungen für Betroffene und ihre Angehörigen verursachen und gleichzeitig personelle Kapazitäten in den ohnehin stark ausgelasteten Arztpraxen binden. Wartezeiten, Reizbelastungen und Infektionsrisiken können zudem die Genesung erschweren und Krankheitsausfälle sogar verlängern.
Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die BAG SELBSTHILFE haben erhebliche Bedenken gegen die geplante Regelung geäußert und sich für weiterhin unbürokratische Möglichkeiten der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgesprochen.
Die MigräneLiga e.V. Deutschland bittet Sie deshalb, sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren dafür einzusetzen, dass auch künftig – soweit medizinisch vertretbar – eine Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ohne persönlichen Praxisbesuch, beispielsweise telefonisch oder digital, möglich bleibt.
Mit freundlichen Grüßen
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