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Otto von Bismarck

05 Bismarck 250

Werk und Leistung historischer Persönlichkeiten sind wie ein Gemälde, das unterschiedlich in seiner Wirkung auf den Beschauer ist, je nachdem von welchem Licht und von welcher Seite es angestrahlt wird. Aber der Mensch, der es aus seinem Geist erschuf, bleibt unverändert von Lob und Tadel. Und für immer haftet das Siegel, das er seiner Zeit aufdrückte.

Otto von Bismarck steht im Treffpunkt zweier Welten. Die väterlichen Ahnen stammten aus uraltem, märkischem Herrengeschlecht, die mütterlichen aus dem Kreis bürgerlicher Beamten und Gelehrten.

Beide Elemente vereinigten sich in dem Sohn zu dem ritterlichen Vasallen seines Königs, der mit unbeugsamer Gewalt, mit junkerhafter Selbstherrlichkeit, aber auch mit manchmal fast unfassbarer, weitsichtigster Klugheit, kristallklarem Verstand und ränkevoller List das Ziel seines Wollens. Preußen zu dem machtvollsten deutschen Staat und schließlich Deutschland zur lebens- fähigen, beherrschenden Einheit in Europa zu machen, erreichte.

Das imponierende Äußere seiner Gestalt, die massige Wucht seines Körpers, sein scharf ausgeprägtes Gesicht, seine hohe Stirn und seine suggestive Leuchtkraft der großen, etwas vorstehenden Augen unterstrichen die Fähigkeiten des Geistes. Unbändige Kraft und eine nur mühsam gefesselte Leidenschaft erfüllten seine Kampfnatur. Bismarck ist öfter in entscheidenden Situationen von zornbebendem, verzweifelndem Weinkrampf geschüttelt worden, der bei diesem Hünen desto ergreifender wirkte. Er war innerlich unausgeglichen und hat nie die ruhige Harmonie eines zufriedenen Daseins erfahren. Sein Charakter zwang ihn zu einem Dauerzustand der seelischen Hochspannung- Den einzigen Ausgleich bot ihm die Liebe zur Natur, die ihn sein ganzes Leben hindurch begleitete. Unter den Eichen des Sachsenwalds ist er nach eigenem Wunsch begraben worden.